MERCOSUR

DAS PROJEKT

Förderung der Qualitätsinfrastruktur zur Steigerung der Energieeffizienz in Mitgliedsländern des MERCOSUR

Kurzbeschreibung

In den Ländern des Gemeinsamen Marktes Südamerikas (Mercado Común del Sur, MERCOSUR) gibt es keine konkrete, regional abgestimmte Energieeffizienzpolitik. Ordnungspolitische Instrumente (Regulierungen) zur Steigerung der Energieeffizienz sowie die zu deren Ausarbeitung und Umsetzung benötigten Dienstleistungen der Qualitätsinfrastruktur sind in den MERCOSUR-Ländern nicht ausreichend in Quantität und Qualität verfügbar.

Das Vorhaben fördert eine enge Zusammenarbeit zwischen Regulierungsbehörden und Energieministerien in den MERCOSUR-Staaten und stellt sicher, dass Dienstleistungen der Qualitätsinfrastruktur den Bedürfnissen der Regierungen zur Umsetzung ihrer Energieeffizienzpolitik entsprechen. Ziel ist es, die Entwicklung und Stärkung der Qualitätsinfrastruktur sowie der Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Politiken und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in den MERCOSUR-Mitgliedstaaten zu fördern.

Wesentliche Maßnahmen zur Zielerreichung sind auf drei Handlungsschwerpunkte aufgeteilt: Verbesserung des Rechtsrahmens und dessen Instrumente, die Entwicklung und Verbesserung der Qualität der Infrastrukturdienste sowie die Schaffung von strategischem Wissen über Energieeffizienzkennzeichnung. Zielgruppe sind die Institutionen der Qualitätsinfrastruktur, deren Kapazitäten und Dienstleistungen gestärkt werden. Diese dienen als Mittlerinnen für die Verbraucher und Verbraucherinnen, den Privatsektor und den öffentlichen Sektor.

Das Vorhaben wird in allen vier Ländern des MERCOSUR: Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay in Zusammenarbeit mit den Metrologieinstituten durchgeführt. Politischer Partner des Vorhabens ist die Gruppe des Gemeinsamen Marktes (Grupo Mercado Común, GMC), vertreten durch die technische Arbeitsgruppe Subgrupo de Trabajo N°3 (SGT3).

 

Projektprofil

ZIEL

Das Ziel des Vorhabens lautet: Neue und verbesserte Dienstleistungen der Qualitätsinfrastruktur tragen zur Umsetzung der Politiken und Maßnahmen zur Energieeffizienz in den Ländern des Gemeinsamen Marktes Südamerikas (Mercado Común del Sur, MERCOSUR) bei.

VORGEHEN

Die Aktivitätsschwerpunkte des Projekts orientieren sich an den Anforderungen der technischen und organisa­ torischen Kompetenzen, die die Qualitätsinfrastruktur für einen geeigneten Umgang mit der umfangreichen Thematik der Energieeffizienz leistet. Im Rahmen der Projektaktivitäten werden die Behörden und zahlreiche regionale Akteure in die Themen Marktregulierung und ­überwachung, Energiepolitik, Metrologie, Prüfungen, Normung, Zertifizierung, Akkreditierung und Verbraucherschutz einbezogen. Die im Projekt angebotenen Aktivitäten gliedern sich in vier Interventionsbereiche.

Erstens soll das Projekt den Regulierungsrahmen und die Regulierungsinstrumente mit Hilfe der gegründeten Arbeitsgruppen verbessern, die als Plattform für den Erfahrungsaustausch und die partizipative Ausarbeitung von Leitdokumenten für die Analyse der Auswirkung der Regulierung und der Marktüberwachung fungieren. Zweitens soll das Projekt die Dienstleistungen der Qualitätsinfrastruktur durch Qualifizierungen, Praktika, Austausche, Studienreisen und Ringvergleiche verbessern. Drittens soll das Projekt an die Verbraucher und Entscheidungsträger gerichtete Sensibilisierungsmaßnahmen implementieren und strategische Kenntnisse über die Energieeffizienz­Kennzeichnung vermitteln. Viertens bietet das Projekt in Subprojekten Raum für das Formulieren von Energieeffizienz­Initiativen sowie das Erörtern neuer Themen und Trends in Pilotprojekten. Die Subprojekte umfassen Themen wie Energieeffizienz im Bausektor (Komponenten und Gebäude), von Photovoltaikzellen, Gaskochern sowie Kraftfahrzeugen.

WIRKUNG

Die regionale Zusammenarbeit fördert die Kontakte zwischen den Bereichen der Qualitätsinfrastruktur und die Facharbeitsgruppe Nr. 3 „Technische Vorschriften und Konformitätsbewertung“ verbessert die Querverbindungen zur Verbreitung der Thematik zwischen den Mitgliedsstaaten. Die enge Verbindung zwischen den Regulierungsstellen und den Energieministerien ermöglicht nicht nur eine Verbesserung des Regulierungsrahmens, sondern sorgt zudem dafür, dass die Dienstleistungen der Qualitätsinfrastruktur auf die Bedürfnisse der Regierungen zur Umsetzung ihrer Energieeffizienz-Politik abgestimmt sind. Durch die Mitwirkung an den Pilot-Subprojekten werden geeignete Arbeitsverfahren etabliert und die MERCOSUR-Länder ermutigt, sich mit den unterschiedlichen Aspekten der umfassenden Energieeffizienz-Thematik zu befassen.

ZUSAMMENARBEIT

Das Projekt kooperiert mit verschiedenen Initiativen der PTB und anderer Organisationen für internationale Zusammenarbeit in Lateinamerika und der Karibik, wo sich zahlreiche Institutionen mit dem Thema nach­ haltige Energienutzung befassen sowie sich auf regionaler Ebene mit den technisch-fachlichen Netzwerken im Bereich Normung, Akkreditierung und Metrologie beschäftigen.

FINANZIERUNG

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

LAUFZEIT

2019–2024

PROJEKT MERCOSUR

KOMPONENTEN

Komponente 1 zielt auf die Entwicklung von neuen und die Überarbeitung von existierenden Vorschriften im Bereich Energieeffizienz ab. Die Themen bauen einerseits auf dem Vorgängervorhaben auf (elektrische Haushaltsgeräte mit dem Schwerpunkt: Klimaanlagen, Kühlgeräte, Elektroherde), andererseits sollen auch neue Bereiche erschlossen werden, um bisher noch ungenutztes Einsparpotenzial zu erschließen. Bezüglich letzteren wurden von den Partnern folgende Themen priorisiert: Energieeffizienz im Bausektor (Komponenten und Gebäude), Photovoltaikzellen, Gaskocher sowie Kraftfahrzeuge. Durch die flexibel gestaltete Auswahl der zu bearbeiten Haushaltsgeräte und Produkte kann auf länderspezifische besondere Prioritäten eingegangen werden, die durch den unterschiedlichen Entwicklungsstand im Bereich Energieeffizienz begründet sein können. Andererseits soll auf allgemeinerer Ebene eine Verbesserung und Vereinheitlichung des Regulierungsprozesses in den Partnerländern durch qualitätssichernde Aspekte erfolgen.

Komponente 2 beinhaltet Metrologie als Kernkompetenz der PTB und bildet somit das Herzstück des Vorhabens. Ziel ist es, die Erarbeitung und Umsetzung der in Output 1 begleiteten Vorschriften von technischer Seite zu unterstützen bzw. zu ermöglichen. Konkret geht es um die Nutzung und Entwicklung von Normen als technische Grundlage der Regulierungen sowie um Dienstleistungen der Konformitätsbewertung (Prüfverfahren, Zertifizierung, Inspektion, messtechnische Qualitätssicherung) und Maßnahmen zur Validierung der technischen Kompetenz (Akkreditierung, Vergleichsmessungen). Da hier das gesamte System der Qualitätsinfrastruktur adressiert wird, sind Partnerschaften zwischen allen beteiligten Institutionen aus Normung, Konformitätsbewertung und Akkreditierung, dem öffentlichen Sektor sowie der Wissenschaft, wie auch schon in der Vergangenheit, fester Bestandteil des Vorhabens.

Komponente 3 zielt darauf ab, strategisch relevantes Wissen, etwa zur Wirksamkeit der Energieeffizienz-Kennzeichnung, zu generieren. Damit sollen einerseits politische Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen (Output 1) sowie die Endverbraucher und Endverbraucherinnen für Energieeffizienz, die ordnungspolitischen Instrumente sowie die Rolle der Qualitätsinfrastruktur bei deren Umsetzung sensibilisiert werden. Strategische Partnerschaften sollen hier insbesondere mit staatlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zum Schutz von Verbrauchern und Verbraucherinnen eingegangen werden, um größtmögliche Multiplikationseffekte zu erzielen.

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